TranslationDtsch Arztebl 2012; 109(17): A-852 / B-739 / C-735 Das PID-Gesetz ist in Kraft – dennoch darf keine Präimplantationsdiagnostik durchgeführt werden. Betroffene Paare müssen auf die Rechtsverordnung warten. Die Geburt von Mia*, des ersten PID-Babys, ist für die Eltern ein Glücksfall – auch zeitlich. Denn von der Möglichkeit der Präimplantationsdiagnostik (PID) erfuhren sie nach der Erlaubnis der PID durch den Bundesgerichtshof und ließen sie noch vor Inkrafttreten des PID-Gesetzes in Deutschland durchführen. Seitdem ist die PID nämlich wieder trotz des positiven Votums des Parlaments verboten. Der Grund: eine bis heute fehlende Rechtsverordnung. Dabei befürwortet Umfragen zufolge die Mehrheit der Bevölkerung …
Monthly Archives: April 2012
Auf dem Weg zur Hyperintelligenz
TranslationWer heute etwas gelten will, meint der Philosoph Hans Magnus Enzensberger, muss vor allen Dingen intelligent sein. So ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen ihre Intelligenz mit allen Mitteln verbessern wollen. Neuro-Enhancement heißt das neudeutsche Schlagwort, unter dem vehement über eine künstliche Leistungssteigerung des Gehirns diskutiert wird. In seinem neuen Buch erläutert der Arzt und Neurowissenschaftler Thomas Grüter zunächst, was Intelligenz eigentlich ist und wie man sie misst. Er weist schlüssig nach, dass es weder eine einheitliche Definition noch eine sichere Messmethode gibt. Vergleiche des Intelligenzquotienten über Generationen hinweg haben kaum Aussagekraft, Vergleiche zwischen Völkern und Rassen sind …
Zellteilung: Erbkrankheitsprotein garantiert korrekte Zellteilung
TranslationEin Protein, dessen Defekt beim Menschen die Erbkrankheit Fanconi-Anämie auslöst, spielt in Pflanzen eine entscheidende Rolle bei der Vermischung mütterlichen und väterlichen Erbguts nach der Befruchtung. Wie ein Team um den Molekularbiologen Holger Puchta vom Karlsruhe Institut of Technology entdeckte, steuert das Protein FANCM die homologe Rekombination des Erbguts bei der Zellteilung. Dabei tauschen Chromosomen Teile ihrer DNA aus, dieser Vorgang ist der entscheidende Vorteil der geschlechtlichen Vermehrung gegenüber der ungeschlechtlichen. FANCM-ähnliche Proteine finden sich in Pflanzen, Tieren und sogar Archaebakterien, daher vermuten die Forscher, dass dieser Mechanismus zum gemeinsamen Erbe aller sich geschlechtlich vermehrenden Organismen gehört. Die Fanconi-Anämie ist …
Erste Bauern Nordeuropas stammten aus dem Mittelmeerraum
TranslationSteinzeitliche Jäger und erste Landwirte waren genetisch sehr verschieden Steinzeitliche Bauern aus dem Mittelmeerraum wanderten vor mehr als 5.000 Jahren bis nach Schweden und brachten damit die Landwirtschaft in den Norden Europas. Das zeigt der genetische Vergleich von vier in Schweden gefundenen Menschenskeletten aus jener Zeit. Das Erbgut der drei untersuchten Jäger und Sammler unterschied sich deutlich von dem eines steinzeitlichen Bauern, der zur gleichen Zeit in der gleichen Region lebte. Der Bauer sei genetisch heutigen Südeuropäern, vor allem den Zyprioten am ähnlichsten, die Jäger und Sammler dagegen einigen heute lebenden Nordeuropäern, berichten die Forscher im Fachmagazin “Science”. “Es ist …
Ancient DNA from Neolithic Sweden

TranslationA new paper in Science solidifies the case for migration as the cause for the diffusion of agriculture in Europe. Discontinuity between early Neolithic farmers and Mesolithic foragers in Central Europe had provided strong hints about this discontinuity, and these were confirmed by other ancient European DNA, e.g., from Treilles, or the Tyrolean Iceman. The case now appears irrefutable, that people not ideas were involved in the spread farming to the northern fringes of Europe. If we were to ever find signs of acculturation, the north-eastern corner of Europe may be best place to look for it. Agriculture arrived late …
Dreißigjähriger Krieg: Gut erhaltenes Massengrab fasziniert Archäologen
TranslationEs war eine der blutigsten Schlachten im Dreißigjährigen Krieg – doch bisher fehlte von den Opfern der Schlacht von Lützen jede Spur. Nun verspricht ein Massengrab neue Erkenntnisse: Kämpften damals hungrige Jungspunde oder wohlgenährte Veteranen? Und woher kamen sie? Der Morgen des 16. November 1632 war neblig, deswegen begann das große Sterben mit einiger Verspätung. Erst um die Mittagszeit wich der Dunst und das Protestanten-Heer unter Gustav II. Adolf von Schweden konnte losstürmen. Auf einem Feld beim kursächsischen Städtchen Lützen ging es gegen die Kaiserlichen unter Wallenstein. Es war ein stundenlanges Gemetzel. Quelle: Dreißigjähriger Krieg: Gut erhaltenes Massengrab fasziniert Archäologen – …
‘Warrior Gene’ Linked To Gang Membership, Weapon Use
TranslationBoys who carry a particular variation of the gene Monoamine oxidase A (MAOA), sometimes called the “warrior gene,” are more likely not only to join gangs but also to be among the most violent members and to use weapons, according to a new study from The Florida State University that is the first to confirm an MAOA link specifically to gangs and guns. Findings apply only to males. Girls with the same variant of the MAOA gene seem resistant to its potentially violent effects on gang membership and weapon use. Led by noted biosocial criminologist Kevin M. Beaver at FSU’s …
Genes, environment and responsibility for behavior
TranslationGenomics Forum seminar – 3 November 2011 http://bit.ly/vU1uw1 ‘Whatever genes one has it is preferable that you are prevented from going around stabbing people’: Genes, environment and responsibility for behaviour. Mairi Levitt – Senior Lecturer, Department of Politics, Philosophy and Religion, Lancaster University www.lancs.ac.uk/fass/faculty/profiles/Mairi-Levitt Abstract: Research into genes associated with violent and antisocial behaviour has raised concerns that an individual’s responsibility for criminal acts might be called into question on the basis of his (sic) genes or because of a combination of genes with specific environmental factors. Such concern is valid since lawyers have already used, or attempted to use, …
Scientist debunks ‘warrior gene’
TranslationDespite being over-represented in New Zealand’s criminal fraternity and prison population, Maori do not have a “warrior gene” that makes them violent, new research shows. Scientist Gary Raumati Hook’s review, Warrior Genes and the Disease of Being Maori, challenges the idea that Maori are genetically wired to commit acts of violence. Three years ago, researchers Rod Lea and Geoffrey Chambers said high criminality among Maori was due to the monoamine oxidase, or “warrior”, gene. But Professor Hook said there was evidence they had several serious flaws in their scientific reasoning. The professor, whose PhD is in biochemistry, said not only …
Genetics and Intelligence – Google Tech Talk
TranslationGoogle Tech Talk (more info below) August 18, 2011 Presented by Steve Hsu. How do genes affect cognitive ability? I begin with a brief review of psychometric measurements of intelligence, introducing the idea of a “general factor” or IQ score. The main results concern the stability, validity (predictive power), and heritability of adult IQ. Next, I discuss ongoing Genome Wide Association Studies which investigate the genetic basis of intelligence. Due mainly to the rapidly decreasing cost of sequencing, it is likely that within the next 5-10 years we will identify genes which account for a significant fraction of total IQ …
Beim “Pay-What-You-Want” überwiegen faire Preise
TranslationBesorgnis um positives Selbstbild hält Menschen von Vorteilsnahme ab Das Prinzip des “Pay-What-You-Want” – also “zahle, was Du willst” – animiert Kunden nicht immer zu mehr Konsum: Unter bestimmten Umständen greifen mehr Menschen zu, wenn ein Angebot einen festgesetzten günstigen Preis hat, als wenn sie den Preis selbst bestimmen dürfen. Das hat ein internationales Forscherteam, zu dem auch der Wirtschaftswissenschaftler Gerhard Riener von der Universität Düsseldorf gehörte, beobachtet. Besonders ausgeprägt ist der Effekt, wenn die potenziellen Kunden das Gefühl haben, dass das Angebot relativ wertvoll ist – sie aber nicht bereit sind, viel Geld auszugeben. In solchen Fällen verzichten sie …
Kinder und Schimpansen kopieren das Verhalten der Mehrheit
TranslationFür Orang-Utans spielen Anzahl und Häufigkeit bei der Weitergabe kultureller Errungenschaften keine Rolle Leipzig – “Kultur” ist offenbar die Weitergabe von Mehrheitswissen: Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen haben nun herausgefunden, dass Schimpansen dazu neigen, eher Handlungen zu kopieren, die von einer größeren Anzahl von Individuen vorgemacht werden, als die am häufigsten ausgeführte Handlung. Zweijährige Kleinkinder richten sich sowohl nach der Anzahl der Individuen als auch nach der Häufigkeit vorgeführter Handlungen. Für Orang-Utans spielt dagegen keines dieser Muster eine Rolle. Weitergabe von Verhaltensweisen und -strategien Bei vielen Tierarten lernen Individuen von …
Why Doesn’t Society Just Fall Apart?
TranslationSince the days when Plato and Aristotle walked this Earth, philosophers have debated what constitutes the ideal state and, more specifically, what holds societies together. Why doesn’t society just fall apart? How does society function when you know you can’t possibly trust everyone in it? And why aren’t we living in what Thomas Hobbes memorably referred to as a state of constant “war of all against all”? There is no single or simple answer, says security technologist Bruce Schneier in his enlightening new book, Liars & Outliers: Enabling the Trust that Society Needs to Thrive. Schneier argues that it is …
How social interaction and teamwork led to human intelligence
TranslationScientists have discovered proof that the evolution of intelligence and larger brain sizes can be driven by cooperation and teamwork, shedding new light on the origins of what it means to be human. The study appears online in the journal Proceedings of the Royal Society B and was led by scientists at Trinity College Dublin: PhD student, Luke McNally and Assistant Professor Dr Andrew Jackson at the School of Natural Sciences in collaboration with Dr Sam Brown of the University of Edinburgh. Quelle: How social interaction and teamwork led to human intelligence – ScienceDaily (Apr. 19, 2012).
Schröder: Danke, emanzipiert sind wir selber
Translation Feministinnen wie Alice Schwarzer und Strukturkonservative wie Eva Herman haben eines gemeinsam: Sie wissen genau, wie das richtige Frauenleben auszusehen hat. »Hört auf damit!«, sagt Kristina Schröder. »Wir brauchen keine Rollendiktate, weder von der einen noch der anderen Seite, und auch nicht von der Politik.« Kristina Schröder hat Karriere gemacht und gerade ein Kind bekommen. Steht sie deshalb für ein Leitbild, an dem junge Frauen sich orientieren sollen? Nein, sagt sie, die Frauen von heute brauchen keine Leitbilder! Feministinnen machen den gleichen Fehler wie die Strukturkonservativen auf der anderen Seite des politischen Spektrums: Beide schreiben vor, wie das ideale …